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Publikation: Biomechanische Eigenschaften von Salzwiesen bleiben unter zukünftigen Klimaszenarien erhalten

Publikation: Biomechanische Eigenschaften von Salzwiesen bleiben unter zukünftigen Klimaszenarien erhalten

© Christina Bischoff
© Christina Bischoff

Salzwiesen sind aufgrund ihrer zahlreichen Ökosystemleistungen in vieler Hinsicht attraktive Ökosysteme. Mit ihrer wellen- und strömungsdämpfenden Wirkung gelten sie als stärkendes Element für einen zukunftsorientierten Küstenschutz. Durch ihre biomechanischen Eigenschaften entsteht eine Wechselwirkung mit den hydrodynamischen Einwirkungen, woraus die dämpfende Wirkung resultiert.

Doch was passiert mit der Küstenschutzfunktion der Salzwiesen, wenn die prognostizierte Zukunft einem Wandel unterliegt? Spiegeln sich Veränderung des Klimas als Einflussfaktoren auf das Vegetationswachstum in deren biomechanischen Eigenschaften? Bleibt die wellendämpfende Wirkung als eine Komponente der Küstenschutzfunktion der Salzwiesen erhalten?

In der neu erschienen Publikation „Biomechanical traits of salt marsh vegetation are insensitive to future climate scenarios“ https://rdcu.be/c1gEM in den Scientific Reports des Nature Portfolios, werden Aspekte dieser Fragen beantwortet. In der Studie wurden die beiden Salzwiesenarten Spartina anglica und Elymus athericus auf ihre biomechanischen Eigenschaften untersucht, nachdem sie 13 Wochen in Mesokosmen des Alfred-Wegener-Institutes veränderten Umgebungsbedingungen hinsichtlich Temperatur (+ 3 °) und CO2-Gehalt (800 ppm) ausgesetzt waren. Mittels 3-Punkt-Biegeversuchen wurden die Einzelhalme der Salzwiesenvegetation anschließenden auf ihre biomechanischen Eigenschaften untersucht. Die erreichten Werte der biomechanischen Eigenschaften lagen innerhalb einer erwartbaren Spannweite. Erhöhungen der Temperatur und CO2-Gehalt wirkten sich nicht negativ auf diese Eigenschaften aus. Auch wenn sich die hydrodynamischen Einwirkungen auf Salzwiesen in Zukunft verstärken werden, können die Ergebnisse als Indiz betrachtet werden, dass die Küstenschutzfunktion, bereitgestellt durch die Salzwiesenvegetation, grundsätzlich erhalten bleibt.

Das Forschungsvorhaben ist angesiedelt in der Arbeitsgruppe Ökohydraulik und Ökosystemleistung und ist Teil des Projektes sea4soCiety https://sea4society.cdrmare.de/ der DAM Mission CDRmare https://cdrmare.de/ . Die Idee dieser Studie entstand in Zusammenarbeit mit Ketil Koop-Jakobsen für das Alfred-Wegener-Institut – Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung https://www.awi.de/ueber-uns/standorte/sylt.html , der die Mesokosmos-Experimente auf Sylt durchführte und die Salzwiesen zur Verfügung stellte. Die institutsübergreifende Vernetzung innerhalb der Leibniz Universität Hannover ermöglichte die Bereitstellung der notwendigen Laboreinrichtung sowie eine Einarbeitung in die Messtechnik durch das Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik https://www.ikk.uni-hannover.de/de/ .

Paul, M., Bischoff, C. & Koop-Jakobsen, K. Biomechanical traits of salt marsh vegetation are insensitive to future climate scenarios. Sci Rep 12, 21272 (2022). https://doi.org/10.1038/s41598-022-25525-3