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DECIDER – Entscheidungen für das Design von Anpassungspfaden und die integrative Entwicklung, Evaluierung und Governance von Strategien zur Minderung des Hochwasserrisikos in sich wandelnden Stadt-Land Systemen

Supervisor:Prof. Dr.-Ing. Torsten Schlurmann, Dr.-Ing. Jan Visscher
Researcher:Leon Scheiber M.Sc.
Duration:01.05.2019 - 30.04.2022
Funded by:Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), Förderkennzeichen: 01LZ1703H
Bild DECIDER – Entscheidungen für das Design von Anpassungspfaden und die integrative Entwicklung, Evaluierung und Governance von Strategien zur Minderung des Hochwasserrisikos in sich wandelnden Stadt-Land Systemen

Überflutungen stellen ein zunehmendes Problem für die nachhaltige Entwicklung von Städten und regionalen Wirtschaftssystemen dar. In Vietnam und speziell im Großraum Ho Chi Minh City sind die prognostizierte Zunahme pluvialer und fluvialer Hochwasser­ereignisse, küstennaher Stürme sowie der Anstieg des Meeresspiegels Anlass zur Sorge. Ungeachtet dieser zunehmenden Risikotrends und konfrontiert mit tiefer klimatischer und sozioökonomischer Unsicherheit ringen die vietnamesischen Behörden und andere betroffene Akteure mit der Entwicklung, Analyse und Evaluierung angemessener und praktikabler Anpassungs­maßnahmen. Während derzeit verschiedene Optionen von den Behörden in Ho Chi Minh City diskutiert werden, wird der Entscheidungsfindungsprozess durch erhebliche Wissenslücken und einen Mangel an praktischen Planungshilfen behindert.

Das Ziel von DECIDER ist die wissensbasierte Konzeption, Evaluierung und Umsetzung dynamischer Anpassungspfade im Kontext zunehmender Hochwasserrisiken in sich wandelnden Land-Stadt Systemen. Das Projekt nutzt Ho Chi Minh City und dessen Hinterland als Pilotprojekt, jedoch wird auch der Transfer der Ergebnisse, Methoden und Instrumente in durch ähnlichen Anpassungsdruck geprägte Küstenstädte wie Bangkok, Dhaka oder Jakarta angestrebt.

Im Rahmen des Projektes untersucht das Ludwig-Franzius-Institut in Kooperation mit lokalen Partnern Überflutungsszenarien hinsichtlich ihrer hydraulischen Merkmale sowie die Auswirkungen potentieller Anpassungsmaßnahmen. Mithilfe numerischer Modelle können für diese Aufgabe die drei wichtigsten Ursachen von urbanen Überflutungen – Starkregen, extreme Binnenabflüsse und Sturmfluten – einzeln und in Kombination analysiert werden. Durch Simulation vergangener Ereignisse und Entwicklung neuer Szenarien können gefährdete Areale identifiziert sowie quantitative Aussagen zu Überflutungshöhen und statistischen Wiederkehrintervallen getroffen werden.

Neben der reinen Modellierung von Hochwasserereignissen werden zusammen mit den nationalen und internationalen Partnern sowohl neuartige Konzepte des objekt­basierten Hochwasser­schutzes erarbeitet als auch die Einflüsse und Möglichkeiten sogenannter low-regret-Maßnahmen bewertet. Diese bieten vor allem dort eine Alternative, wo großskalige Küstenschutzprojekte für die lokale Volkswirtschaft auf absehbare Zeit nicht finanzierbar sind. Besonders im Hinblick auf das Rückhaltevermögen von Feuchtgebieten werden die Potentiale und Grenzen ökosystembasierter Lösungen untersucht sowie deren mögliche Degradation durch Zersiedelung und den Ausbau grauer Infrastruktur abgeschätzt. Schließlich ist über die systematische Überprüfung derartiger Maßnahmen hinaus auch die Umsetzung eines innovativen Hochwasserschutz­konzeptes in Form einer Pilotanlage vor Ort geplant.

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