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Meilenstein für das Küsteningenieurwesen

Das neue 3D-Wellenbecken
Ein 3D-Wavemaker in Aktion

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzieren auf Antrag des Franzius-Instituts gemeinsam zwei neue Forschungsgroßgeräte im Wert von rund 2,4 Millionen Euro an der Leibniz Universität Hannover.

Mit einer 3D-Wellenmaschine für das bestehende Wellenbecken sowie einem neuen PIV/PTV Messsystem werden wir am Franzius-Institut unseren Stellenwert der universitären Forschung im Küsteningenieurwesen weiter ausbauen. Die Großgeräte ermöglichen es uns, dreidimensionale, kurzkämmige Seegangs- und Strömungsverhältnissean der Küste und die damit verbundenenkomplexen Wechselwirkungen mit Bauwerken wie Wellenbrechern oder Hafen- und Windenergieanlagen erstmalig im physikalischen Modell realitätsnah zu simulierenund zu analysieren. Die 3D-Wellenmaschine, die aus ca. 80 Einzelwellenblättern besteht und deshalb auch 'Snake Wavemaker' aufgrund ihrer Bewegung zur Erzeugung von Wasserwellen genannt wird, ist in Deutschland einzigartig und in Europa bzw. weltweit nur an wenigen Forschungseinrichtungen im Einsatz.

Mit einem weiteren genehmigten Forschungsgroßgerät, einem Unterwasser PIV/PTV Messsystem, werden das Messinstrumentarium und die Messmethodik des Instituts zur nicht-invasiven, planaren Erfassung von Strömungsvorgängen im Labor bedeutend erweitert. Uns ist es demnach u.a. zukünftig möglich, Erosionsvorgänge und Längstransporte an der Küste labortechnisch zu simulieren und deren Effekte abzuschätzen. Die Großgeräte dienen sowohl der grundlagen- als auch der anwendungsorientierten Forschung im Küsteningenieurwesen und lassen insgesamt auch neue Erkenntnisgewinne zum Design und Betrieb von Offshore-Windenergieanlagen in der Nord- und Ostsee unter realitätsnahen Seegangs- und Strömungsbelastungen erwarten - wir planen ebenso, einen Tiefteil für unser Wellenbecken einzurichten. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur Stratmann sagte hierzu: „Gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstreicht das Land mit der Finanzierungdie bundesweite Einmaligkeit des Küsteningenieurwesens in Hannover“.

Da die Forschungsgroßgeräte auch im Lehrbetrieb zum Prozessverständnis von Wellenbewegungen und Strömungsvorgängen und im Rahmen von Praktika eingesetzt werden, erhoffen wir uns auch positive Rückkopplungen in der Nachfrage des Studiums. Absolventinnen und Absolventen dieser Fachrichtung sind in Deutschland, aber auch international sehr gefragt. Es gilt, die traditionellen Ausbildungskonzepte und -inhalte unserer Fachdisziplin weiterzuentwickeln, um Prozesse und Auswirkungen des globalen Umwelt- und Klimawandels an der Küste zu verstehen und zu mindern, um daraus notwendige Anpassungsstrategien und technologische (Schutz)Maßnahmen abzuleiten. Bauingenieure mit diesem speziellen Profil sind gefragter denn je.