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Informationen zur Umbenennung des Instituts

Ludwig Franzius

(1.3.1832 Wittmund, †23.6.1903 Bremen)

Die Leibniz Universität Hannover hat zwischen 2011-16 die Rolle ihrer Vorgängerinstitution in der Zeit des Nationalsozialismus umfassend aufgearbeitet. Diese Aufarbeitung betraf auch die Person des zwischen 1913 und 1936 an der Hannoverschen Versuchsanstalt für Grundbau und Wasserbau tätigen Prof. Otto Franzius. Dieser war von 1933-34 Rektor der Technischen Hochschule Hannover. Sein hochschulamtliches und -politisches Verhalten und Handeln weist erhebliche NS-Verstrickungen auf. Otto Franzius verstarb 1936.

Die Institutsleitung und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter distanzieren sich – wie bereits auch mit Bekanntwerden dieser historischen Erkenntnisse in 2011 – mit Nachdruck von Prof. Otto Franzius und missbilligen die durch ihn verantworteten Unrechtsakte an der damaligen Technischen Hochschule Hannover. Um eine vollkommene Transparenz der Institutsgeschichte und Konsequenzen für die heutige Institutsarbeit vor dem Hintergrund einer verantwortungsvollen historischen Kommunikation daraus abzuleiten, führt das Institut auf Beschluss des Präsidiums der Leibniz Universität Hannover seit dem 16. Jul. 2016 die Denomination

Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen

Mit diesem Schritt würdigen wir die Leistungen und das nachhaltige Wirken eines visionären Wasserbauingenieurs und zugleich des einzigartigen Menschen, Ludwig Franzius, der zwischen 1848-53 das Baufach an der Polytechnischen Hochschule Hannover, einer Vorgängerinstitution der heutigen Leibniz Universität Hannover, studiert hat, und in Hannover als Oberbauratsassistent an der Generaldirektion Wasserbau (1858-67) u.a. für die Korrektion der Ems tätig war. Im Jahr 1867 wurde er auf den Lehrstuhl für Wasserbau an der Bauakademie in Berlin berufen.

Zu seinen wesentlichen Leistungen zählen u.a. die Regulierung der Schelde, Belgien, die Korrektion der Flüsse Jangtse und Huang Ho, China, die Planung des Hafens Helgoland sowie der Häfen Rostock, Duisburg, Düsseldorf etc. Alles entscheidend aber wirkte Ludwig Franzius ab 1875 nach Bestellung zum Oberbaudirektor in der Hansestadt Bremen, da er die Projektleitung an dem für die damalige Zeit maßgebenden technischen Werk zur Korrektion der Unter- und Außenweser sowie ab 1889 die Bauausführungen dazu übernahm und damit zum überragenden und nachhaltigen Erfolg des Seehandels der bremischen Seehäfen maßgeblich beigetragen hat.

Ludwig Franzius war Mitglied der Preußischen Akademie des Bauwesens, Inhaber der Goldenen Medaille für Verdienste im Bauwesen und Inhaber der goldenen Telford Medaille der Institution of Civil Engineers, UK, und bekam die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Berlin verliehen.

Hannover, 16. Nov. 2016

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